Steuerung und Überwachung der Bahnstromversorgung

Die Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH (SWBV) ist für den öffentlichen Personennahverkehr der Stadt Bonn verantwortlich. SWBV befördert rund 78 Mio. Fahrgäste über ein Liniennetz von ca. 125 km mit Bus und Bahn. Das Bahnstrom-Versorgungsnetz sowie die elektrischen Anlagen im Bereich der Haltepunkte werden zentral von der Betriebsleitstelle gesteuert und überwacht.

Diese Leitstelle ist das Herzstück des laufenden Bahn- und Busbetriebes. Sobald die Fahrzeuge ihre Betriebshöfe verlassen, werden sie von der Fahrdienstleitung mit Unterstützung des Leitsystems überwacht, betreut, gesteuert und bei Bedarf umdisponiert. Die Fahrdienstleitung wird tagsüber durch das "Störungsmanagement" unterstützt. Über den sogenannten Info-Arbeitsplatz werden die unterirdischen Haltestellen der Bahnen überwacht.

Unterschiedliche Außenanlagen sind über Datenleitungen mit der Betriebsleitstelle verbunden, dies sind u.a. Außenstellwerke, Bahnstromunterwerke, Haltepunkte, Aufzüge, Ticketautomaten, Beschallungseinrichtungen, Überwachungskameras.

Die Leistungsmerkmale
Nach einem EU-Ausschreibungsverfahren beauftragte SWBV ein gedoppeltes Leitsystem HIGH-LEIT und IDS Fernwirktechnik. Bei der Systemauswahl standen folgende Merkmale im Vordergrund:

  • redundantes Systemkonzept mit handelsüblicher Hardware
  • einfache Bilderstellung im Leitsystem und vereinfachte Dateneingabe
  • Bedienerfreundlichkeit für Anwender, Personal im Bereitschaftsdienst und Administratoren
  • Bearbeiten des Leitsystems HIGH-LEIT und des Elektro-Akustik-Systems (ELA), des Intermodal Transport Control Systems (ITCS) für den öffentlichen Personennahverkehr sowie des GIS- und der Notrufsysteme auf einer gemeinsamen Arbeitsoberfläche, wobei die Systeme jeweils autark bleiben
  • Anbindung über ein transparentes Netzwerk
  • Anbindung der alten AEG-Fernwirk-Protokolle

Die Funktionalitäten
Neben den SCADA-Funktionen wird ein Topologiemodul und ein Simulationsmodul eingesetzt. Der "Schaltfolgenrekorder" zeichnet wiederkehrende Schalthandlungen auf. Durch die "Weltbilddarstellung" mit Verdichtungstechniken können viele tausend Bildobjekte realisiert werden. Der Bereitschaftsdienst wird mit einem leistungsfähigen Alarmkonzept unterstützt.

Das Fernwirksystem
Die Anbindung der Fernwirksysteme erfolgt über ein bauseits vorhandenes transparentes Netzwerk (OTN) in Ringstruktur. Kommuniziert wird über das Protokoll IEC 60870-5-104.

Zum Einsatz kommt das modulare Fernwirksystem IDS 850, das nach der dreijährigen Umbauphase die gesamte alte Fernwirktechnik ersetzt haben wird.