Universität Stuttgart: Erneuerung Fernwirk- und Leitsystem für die Stromversorgung des Bereichs Stuttgart-Vaihingen

Das 10-kV-Netz der Universität Stuttgart verteilt sich auf 36 Mittelspannungsstationen. Alle Stationen befinden sich auf den Gelände der Universität. Es bestehen zwei galvanisch getrennte 10-kV-Netze: das ruhige Netz und das Sondernetz. Die beiden Netze sind an verschiedenen Stellen im Netz koppelbar. Die Universität verfügt über einige größere Stationen (wie z.B. Abspannwerk und Heizkraftwerk), die Mehrzahl sind jedoch kleinere Stationen mit zwei bis drei Einspeisefeldern, einem Übergabefeld sowie einem Messfeld.

Bisher verfügte die Warte im Heizkraftwerk nur über ein Mosaikschaltbild mit Anzeige- und Bedienelementen. Darüber waren nur ein Bruchteil der vorhandenen Informationen aus den Mittelspannungs-Stationen verfügbar und auch nur wenige Schalteingriffe möglich.

Zielsetzung und Motivation für die Erneuerung des Systems
Für die Universität Stuttgart standen bei der Erneuerung des Systems folgende Ziele im Vordergrund:

  • Anbindung aller relevanten Mittelspannungsstationen an ein neues modernes Leitsystem
  • Erleichterung bei der Netzführung und Unterstützung bei der Fehlersuche
  • Hohe Zuverlässigkeit aller Komponenten
  • Einsatz von durchgängiger Technik mit einheitlichem Projektierungswerkzeug
  • Einsatz genormter Protokolle
  • Offenheit für zukünftige Erweiterungen

Systemkonzept Leitsystem
Der Betrieb wird heute mit einem Leitsystem IDS HIGH-LEIT realisiert. Auf Basis von Standard PC-Workstations ist eine komfortable Überwachung und Steuerung gewährleistet. In der Warte im Heizkraftwerk der Universität sind der Leitrechner und ein MMI-Rechner als Bedienstationen mit drei Monitoren installiert. Für das Bereitschaftspersonal steht ein mobiler Arbeitsplatz als Laptop mit Einwahl für Telefonnetz zur Verfügung.

Systemkonzept Fernwirktechnik
Bei der Fernwirktechnik wurde Wert auf den durchgängigen Einsatz der genormten Übertragungsprotokolle gemäß IEC 870-5-104 gelegt. Die einzelnen Zubringerstationen werden in Fernwirkzentralen IDS 850 zusammengeführt. Das Netzwerk wird über vorhandene und neue LWL-Verbindungen aufgebaut.

Projektrealisierung
Die Universität Stuttgart hat mit diesem Projekt die detaillierte Überwachung des 10-kV-Netzes nach Ihren Wünschen umgesetzt. Mit dem modernen Konzept ist gewährleistet, dass auch Erweiterungen in den Stationen oder im Netz problemlos integriert werden können. Ebenso sind zukünftige neue Aufgaben wie beispielsweise die Aufschaltung des Fernwärme- und Fernkältenetzes jederzeit nachträglich erfüllbar.