Netzleitsystem in der metallurgischen Industrie

Eisenhüttenstadt ist vor allem geprägt durch die metallurgische Industrie, d.h. durch die ArcelorMittal Eisenhüttenstadt GmbH. Für die gesamte Energiewirtschaft des Stahlwerkes ist die  Vulkan Energiewirtschaft Oderbrücke GmbH (VEO)  verantwortlich. ArcelorMittal Eisenhüttenstadt gehört zur ARCELOR Gruppe, dem größten Stahlkonzern der Welt. Neben der Versorgung des Stahlwerks mit Strom, Gas, Wärme und Wasser werden auch angrenzende Gewerbegebiete mit Strom und Wärme aus dem Industriekraftwerk beliefert.

1994 erhielt IDS den Auftrag für die Errichtung des Netzleit- und Fernwirksystems. Das Netzleitsystem dient insbesondere zur Überwachung und Steuerung von

  • rund 160 Trafostationen mit den Spannungsebenen 110, 30, 10, 6 und 0,4 kV
  • des Industriekraftwerks
  • eines Kabelnetzes mit ca. 170 Kilometer
  • Kabeltrassen inkl. Fernwirk-Kabelnetz und Lichtwellenleiter-Strecken

Update statt Neukauf
Das letzte System-Update erfolgte 2009: Durch die Anbindung neuer Versorgungsstellen und die damit steigenden Anforderungen und wurde das Netzleitsystem in den letzten Jahren kontinuierlich um Einzelfunktionen erweitert.

Um den stetig wachsenden Herausforderungen gerecht zu werden, beschloss das Unternehmen im Jahr 2016, das updatefähige Netzleitsystem software- und hardwareseitig wieder auf den aktuellen Stand zu bringen.

Neben zusätzlichen Funktionalitäten gewinnt VEO für ihr Netzleitsystem vor allem Performanz und IT-Sicherheit.

Daneben verfügt das Unternehmen künftig auch über erweiterte Funktionalitäten, wie z.B. den neuen Webserver, mit dem vor allem Mitarbeiter außerhalb des Netzbetriebs Informationen wie Bilder, Reportings oder Protokolle aus dem Netzleitsystem  beziehen können. Der Vorteil: Schalthandlungen sind über den Webserver nicht möglich und durch ein einfaches Rechte- und Rollenkonzept sehen die Mitarbeiter nur die Informationen, die sie benötigen.

Umfang und Leistung Gesamtsystem
Das gesamte System besteht u.a. aus folgenden Lösungen und Leistungen:

  • redundantes Leitsystem IDS HIGH-LEIT XW mit acht Arbeitsplätzen und drei Terminalservern mit 25 Terminalclients sowie drei Excelreport-Arbeitsplätzen
  • Standortleitsystem für den Kraftwerksbereich als zusätzliche Redundanz
  • über 55 Fernwirkstationen IDS 850
  • ca. 65.000 prozesstechnisch erfasste Informationspunkte und ca. 270 Anlagenbilder
  • Beherrschung einer Messwertlast von > 1.000 Telegrammen pro Sekunde
  • Ankopplung des Kraftwerks über gedoppeltes OPC-Gateway mit ca. 25.000 Datenpunkten
  • Fremdkopplung an Unterstationen Typ SAT 1703 und Stationsleittechnik AEG-ILSA, SPS mit Profibus FMS
  • serielle Kopplungen zu  kombinierten Schutz- und Steuergeräten der Siprotec-Familie von Siemens über IEC 870-5-103 mit Störschriebauswertung
  • Kopplungen zum Laststeuersystem (PSI)
  • topologische Darstellung des E-Netzes