23.06.2020

Netz- und Ladeinfrastrukturmanagement für die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH)

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) beschafft seit diesem Jahr für die Hamburger Verkehre ausschließlich Elektrobusse. Denn ab 2030 soll in der Freien und Hansestadt die Umstellung auf Elektromobilität abgeschlossen sein. Doch auch das Fundament – also die Infrastruktur – muss passen. Neben der Bereitstellung von Elektrobussen ist es ebenso wichtig, den Regelbetrieb dahingehend anzupassen und zu etablieren. Dazu gehören unter anderem neue Werkstätten und die Ladeinfrastruktur, aber auch geänderte Anforderungen an das Fahrpersonal, ein intelligentes Betriebsleitsystem, eine tiefgreifende Digitalisierung und nicht zuletzt ein intelligentes Lademanagement. Im Bereich Netz- und Ladeinfrastrukturmanagement setzt VHH dabei auf das gemeinsame Produkt der  IDS GmbH und Stromnetz Hamburg GmbH.

Der Busbetriebshof Bergedorf

Die Werkstatt des Busbetriebshofes Bergedorf ist speziell auf die Wartung und Instandsetzung von Elektrobussen ausgelegt und seit Januar 2019 in Betrieb. Dafür investierte die VHH rund zehn Millionen Euro. Der rund 2.700 Quadratmeter große und 10 Meter hohe Hallenbau verfügt über insgesamt fünf Busspuren mit einer Länge von je 44 Metern. Diese Busspuren können doppelt belegt werden, also entweder mit drei 12 Meter langen Standardbussen oder mit zwei 18,75 Meter langen Gelenkbussen.

Neben den neuen Anforderungen bei der Wartung der Elektrobusse, müssen diese natürlich auch elektrisch geladen werden. Dazu wurde auf dem Betriebshof eine Vielzahl von Ladepunkten installiert, die aus den neu errichteten Trafo-Stationen auf dem Gelände versorgt werden. 

Systeme aus einer Hand

Um das Netz gezielt zu überwachen und um die Anlagen sowie die Ladeinfrastruktur auf dem Betriebshof Bergedorf im Blick behalten zu können, setzt die VHH auf Lösungen der IDS und Stromnetz Hamburg GmbH.

Zum Einsatz kommt das IDS-Netzleitsystem HIGH-LEIT, dass die Anlagen visualisiert und überwacht sowie Fernwirkgeräte vom Typ ACOS 750, die in den Schaltanlagen und Trafostationen zur Messwert- und Informationserfassung verbaut sind. Die Anschaltung von digitalen Schutzgeräten erfolgt über IEC 61850. Die VHH-Mitarbeiter steuern und überwachen damit das Arealnetz sowie die Ladeinfrastruktur. Zur Überwachung und Steuerung der Ladeinfrastruktur dient das Stromnetz Hamburg IT-Backend. Dieses bietet neben den Grundfunktionalitäten der Elektromobilität eine optimale Verteilung der maximal verfügbaren Ladeleistung an die gesamte Ladeinfrastruktur sowie eine Visualisierung über Batteriefüllstände und Parkpositionen der Fahrzeuge. Außerdem setzen die Stromnetz Hamburg GmbH und die Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein GmbH auf die VDV261-Schnittstelle zur Vorkonditionierung der Busse und sind an der Spezifizierung der neuen standardisierten VDV463-Schnittstelle beteiligt, welche zur Kommunikation zwischen Betriebshofmanagement-Systemen und dem Last-und Lademanagement des IT-Backends dient.

Das System wird durch die Funktion des Netz- und Ladeinfrastrukturmanagements HIGH-LEIT iNLM abgerundet. Diese tauscht Informationen über eine Kommunikationsschnittstelle mit dem Backendbetreiber Stromnetz Hamburg aus, der über OCPP-Schnittstellen steuernd auf die am Standort vorhandene Ladeinfrastruktur wirkt. Überschreitungen der zulässigen Einspeiseleistung werden somit vermieden.

„Wir haben noch viel vor – unter anderem die Anbindung unseres Batteriespeichers an HIGH-LEIT iNLM“, erklärt Florian Leunig, Leiter Infrastruktur von VHH. „Standort Bergedorf soll als Schablone für die übrigen elf VHH-Betriebshöfe dienen, die nach und nach umgebaut und auf Elektromobilität umgerüstet werden sollen. Mit der IDS haben wir hierfür einen zuverlässigen Partner an unserer Seite.“