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Kraftwerks- und Netzleitsystem der EGL Grid AG Laufenburg
Die EGL Grid AG ist Eigentümerin eines 380/220-kV-Höchstspannungsnetzes, das sich über weite Teile der Schweiz erstreckt und mit grenzüberschreitenden Leitungen Verbindungen mit allen Nachbarländern aufweist. Daneben betreibt sie im Auftrag der EGL am Höchstspannungsnetz angeschlossene Verteilnetze, mehrheitlich an Standorten, wo die EGL Kraftwerksanteile hält. In Laufenburg wird damit einer der wichtigsten Knoten des europäischen Verbundnetzes betrieben. Zu den Aufgaben der EGL Grid zählen, die Steuerung des Kraftwerkseinsatzes, die Überwachung der Netze, die Anpassung der Fahrpläne für die Energiegeschäfte und die Abrechnung der Energiebewegungen, in einigen Regionen auch der Betrieb eigener Verteilnetze.
Im Herbst 2007 erhielt die IDS den Auftrag für das neue Kraftwerks- und Netzleitsystem IDS HIGH-LEIT XW (Abbildung 1: Netz-Übersichtsbild Schweiz), das seit Jahresende 2008 vollständig in Betrieb ist. Im Jahr 2009 schließt sich der zweite Bauabschnitt, die Inbetriebnahme und das Engineering der Netzsicherheitsrechnung sowie die Modernisierung und der Umbau weiterer Schaltfelder auf das Protokoll IEC61850 an.
Das redundante Leitsystem IDS HIGH-LEIT XW basiert auf dem aktuellen Release 5.3, welches auf modernster PC-Technik unter anderem mit zwei Dualcore-Prozessoren unter dem Betriebssystem SUN-Solaris 10 in Betrieb genommen wurde. Ein Terminalserver für den Bereitschaftsdienst und den Handel, ein Offline-Datenaufbereitungsrechner (DAB), der ebenfalls redundant ausgeführte TASE.2-Server ins PIA-Netz sowie mehrere Arbeitsplatz-MMIs runden das Gesamtsystem ab.
In Zusammenarbeit mit der Fischer-Meile Engineering AG in Wil/CH wurden rund 18.000 Datenpunkte aus verschiedensten Quellen vereinheitlicht und typisiert, was die - gegenüber konventionellen Techniken ausgesprochen zeitsparende - objektorientierte Generierung im HIGH-LEIT ermöglichte. So wurde innerhalb von nur 12 Monaten das System komplett aufgedatet. Auf dem neuen Kraftwerks- und Netzleitsystem werden rund 150 Unterwerke und 20 Kraftwerke (vgl. Abbildung 2: Schaltanlage Stalden) aus der ganzen Schweiz und den Nachbarländern fernwirktechnisch aufgeschaltet sein.
Circa 75% der Anlagen werden über TASE.2 via PIA-Server erfasst. Dazu kommen 18 neue IDS-Fernwirkunterstationen unterschiedlichster Ausprägung, sieben bereits bestehende Erfassungsstationen, sowie vier Kopplungen zu regionalen Netzleitsystemen zum Einsatz. Die Kommunikation erfolgt über die Protokolle IEC60870-5-101 bzw. –104, IEC61850 sowie das bestehende Fremdprotokoll TG809.
Erwähnenswert ist auch die Anbindung der umgebauten Schaltfelder in der Freiluftschaltanlage Laufenburg mit IEC61850. Die Schutzphilosophie für 380 kV verlangte die Integration eines Zweitschutzes von zwei voneinander unabhängigen Lieferanten. Damit koppelt IDS in Laufenburg sowohl zu ABB- als auch zu Siemens-IEC61850-Teilnehmern. Die Integration dieser Felder erfolgte unter immensem Zeitdruck und musste auf Grund der zentralen Bedeutung des Knotens Laufenburg in sehr engen Zeitfenstern durchgeführt werden.
Die Schalthoheitsverwaltung im IDS-Fernwirkknoten Laufenburg (vgl. Abbildung 4: Sammelschiene 220 kV / Freiluftschaltanlage Laufenburg) regelt die Kopplungen zu den Leitsystemen bei der NOK, dem lokalen Stationsleitsystem der Freiluftschaltanlage Laufenburg, sowie dem eigenen Kraftwerks- und Netzleitsystem IDS HIGH-LEIT XW der EGL Grid und stellt gleichzeitig den Teilnehmern alle notwendigen Prozessdaten zur Verfügung.






