Unternavigation:
Sie befinden sich hier:
Überwachung des Sielnetzes
Täglich rund 380.000 Kubikmeter Abwasser muss das Kanalnetz von Hamburg bei Trockenwetter bewältigen, bei Starkregen werden bis zu 1,2 Millionen Kubikmeter dem Klärwerksverbund Köhlbrandhöft/Dradenau zugeführt, wo vollbiologisch gereinigt wird. Das Rohrleitungsnetz erstreckt sich über 300 Quadratkilometer und eine Länge von 5.400 Kilometer. Das Kanalnetz - in Hamburg Sielnetz genannt - weist eine Besonderheit auf: innerstädtisch gibt es zwei übereinanderliegende Netze mit Sammlern und Transportsielen.
Zur Überwachung und Steuerung der abwassertechnischen Einrichtungen hat die Hamburger Stadtentwässerung (HSE) 1996 ein Leitsystem IDS HIGH-LEIT installiert und 2006 den Auftrag zur Aufrüstung auf modernste Technik erteilt. Das Leitsystem überwacht das Sielnetz und steuert die fernbedienbaren Schieber, die ihrerseits den Abwasserfluss zwischen der oberen, örtlichen Kanalisation und dem ca. 20 Meter tiefer liegenden Sammlernetz steuern. Darüber hinaus sind Pumpwerke und Regenrückhaltebecken angeschlossen, Daten von Füllstandsmessstationen werden erfasst.
Systemaufbau
Das Doppelrechnersystem ist in Hot-Standby-Technik konfiguriert und auf zwei Standorte in Hamburg verteilt. Diese sind über eine gedoppelte Routerverbindung miteinander verbunden. Die Prozesse sind über 9 Front-End-Rechner IDS 850 angeschlossen, wobei die Daten über ein gedoppeltes Ethernet-Netzwerk an das Leitsystem übertragen werden.
Die Bedienung und Überwachung des Sielnetzes erfolgt in der Betriebsleitstelle über zwei Arbeitsplätze, darüber hinaus sind drei ausgelagerte Arbeitsplätze und fünf mobile Bereitschaftsterminals installiert.
In den Unterstationen sind Fernwirksysteme IDS 550 und IDS 850 eingesetzt. Automatisierungsprozessoren übernehmen hier dezentrale Steuerungsfunktionen.


